Warum eScooter sinnvoll sind

Sie blockieren die Straßen und füllen die Intensivstationen, während in China die Fabriken nicht mehr stillstehen: Können eScooter wirklich dabei helfen, den CO2 Fußabdruck zu vermindern? Sind sie eine Mobilitätsalternative für die Zukunft?

Wenn man den finstersten Kommentaren folgt, sind eScooter das schlimmste seit dem Rinderwahnsinn, mindestens. Sie seien gefährlich, belasten über die Maße die Umwelt und blockieren überall die Straße. Nur – wie sieht das in Zahlen aus? Hat sich da jemand mal Gedanken gemacht?

Diese weißen Streifen sehen aus wie eScooterparkplätze, es handelt sich aber um einen Zebrastreifen – hier parken nur Zebras Bild: eScooterblog.com

Nüchtern betrachtet sieht es so doch so aus: Es ist ein neues Gefährt, an das die Menschen noch nicht gewohnt sind. Es wird, das zeigen die Nutzungsstatistiken, verstärkt Abends und an den Wochenenden benutzt. Und fast immer wenn von Unfällen in den Medien zu hören ist, war Alkohol im Spiel. Hier liegt die Vermutung nahe, das noch kein Unrechtsbewusstsein vorliegt – die Leute wissen vermutlich oft gar nicht, das es sie den Führerschein kostet, wenn Sie betrunken unterwegs sind.

Man kann daher davon ausgehen, das die Anzahl betrunkener eScooterfahrer in Zukunft sinken wird. Hinzu kommt natürlich, das wir aktuell fast nur Mietscooter auf der Straße haben. Legale eScooter zu erwerben bedeutet aktuell, das man eine Vorbestellung tätigt und danach eine ganze Weile wartet. Aber auch das wird sich ändern. Und mit den eScooterbesitzern dürften Zwangsweise verantwortungsvollere Fahrer kommen.

Wenn die Menschen sich also an die neuen Fahrzeuge und die damit verbundenen Regeln gewöhnt haben – wie sieht so eine Unfallstatistik aus? Nun, das kommt darauf an, welche man fragt. Nach dieser Studie sind die eScooter sogar sicherer. Ich denke, in Summe hängt das von vielen Faktoren ab – zum Beispiel von der Infrastruktur einer konkreten Stadt. Wie oft bemängelt wurde, müssen die Radwege ausgebaut werden. Das müssten sie sogar dann, wenn es keine eScooter gäbe, aber durch die neue Realität ist es nun nur um so dringender.

Fahrradweg, eScooterparkplatz… die Grenze ist fließend Bild: eScooterblog.com

Das wilde Parken sehe ich hier in Köln als ein örtlich begrenztes Phänomen an. Die Betreiber sollten zusammen mit der Stadt an Hotspots (wie bspw. dem Kölner Hauptbahnhof) ausgewiesene Parkplätze für eScooter vorhalten. Kunden, die dort parken, sollten prämiert werden – und schon sieht der Zugang zum Hauptbahnhof nicht mehr ganz so gruselig aus. Da die Fahrten per GPS getrackt werden und jede weitere Bewegung des Fahrzeugs auch nach dem Parken erfasst wird, sollte man extreme Falschparker durchaus zur Rechenschaft ziehen können. Entsprechende Gespräche zwischen den Anbietern und der Stadt Köln sind schon recht weit gediehen.

Nun gut – die schlimmen Dinge sind also nicht so schlimm. Aber was bringen uns die eScooter?

Der größte Vorteil dürfte die höhere Flexibilität sein. Mit dem Scooter ist es attraktiver, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, da die berühmte letzte Meile leichter zu überwinden ist. Für viele dürfte es auch ein beliebtes Verkehrsmittel sein, um in der Mittagspause schnell einzukaufen – was den Verkehr insgesamt entlastet. Natürlich ist der eScooter kein Allheilmittel für jedermann. Er ist vielmehr eine Individuallösung, die schwerpunktmäßig in Städten attraktiv sein wird. Da die eScooter länger und länger halten und die Energiedichte von Akkus jedes Jahr steigt, sinkt auch die Umweltbelastung. Und mit der Veränderung unseres Strom-Mix langfristig auch die CO2-Belastung pro gefahrenem Kilometer. Das ist mit einem Verbrenner so nicht möglich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zeen is a next generation WordPress theme. It’s powerful, beautifully designed and comes with everything you need to engage your visitors and increase conversions.

Top Reviews