Der Impakt von eScootern

Welchen Einfluss haben eScooter insgesamt und langfristig auf unsere Mobilität? Wie groß ist das Potenzial, die Bewegungsgewohnheiten unserer Gesellschaft zu verändern?

In manchen Artikeln über eScooter könnte man den Eindruck bekommen, Gott persönlich (vertreten durch Steve Jobs) wäre vom Himmel gestiegen, um der Menschheit nach dem Verstand, dem Feuer und dem Sinn für das Schöne noch eine weitere Gabe zuzugestehen. Aber wie weit können eScooter tatsächlich etwas am Status Quo ändern?

Mietscooter sind im eine eigene Kategorie, wenn man die Auswirkungen von eScootern betrachten will Bild: eScooterBlog

Bei der Betrachtung muss man generell zwischen zwei Scootertypen unterscheiden, nämlich den Mietscootern und den Scootern im Eigenbesitz. Mietscooter eignen sich gut für Spontanfahrten. Häufig wird darüber als unnütz gelästert, dass aber ist eine Frage, die man den Gastwirten stellen sollte. Mietscooter dürften den Geschäften vor Ort zugutekommen. Es ist heute leicht, in einer Stadt sein Smartphone zu zücken und ein passendes Geschäft herauszusuchen. Aber oft ist die Zeit ein einschränkender Faktor. Eine drei Kilometer lange Strecke frisst Zeit – also wirft man das Geld lieber Amazon in den Rachen und der lokale Handel schaut in die Röhre. Ich denke, das eScooter ein Umsatzplus für den lokalen Handel bedeuten werden. Und sich umgekehrt natürlich als unheimlich praktisch für die Bevölkerung erweisen.

Ein eScooter im Privatbesitz wird hingegen anders genutzt – ein häufiger Schwerpunkt dürfte die Fahrt zur Arbeit sein oder natürlich die letzte Meile des Arbeitswegs, der Weg zur Bahn. Scooter sind kleiner als Fahrräder, leichter (außer man nimmt sehr schwere eScooter und sehr leichte Fahrräder mit in die Betrachtung auf) und man kann sie in Bus und Bahn transportieren, ohne, das man einen Aufpreis zahlt. Sobald es eine große Anzahl privater eScooter gibt, könnte das tatsächlich zu einem Rückgang der Autos auf den Straßen führen – und damit zu einem Rückgang des CO2 Ausstoß sowie der Stickoxide.

Aber: Das dürfte kein Automatismus sein. Die Städte müssen auch etwas tun für die Vision einer alternativen Fortbewegung. Vorneweg den schnellen und umfassenden Ausbau der Fahrradwege; aber auch das Einrichten von eScooter-Parkplätzen. Und als ein äußerst wichtigen Bestandteil natürlich auch der Ausbau des ÖPNV.

Mit all diesen Maßnahmen dürfte sich in den Städten durchaus etwas bewegen lassen. Auf dem Land sieht es natürlich anders aus. Auch hier wird es eScooter geben, sie werden sich aber nicht so weit durchsetzen aufgrund der höheren Entfernungen, die man zurücklegen muss. Sie werden dort wohl kaum ein Auto ersetzen können.

Somit fällt eScootern eine durchaus wichtige Rolle im zukünftigen Mobilitätsmix zu: Er macht den öffentlichen Personennahverkehr in Städten attraktiver, weshalb die deutsche Bahn auch eine eigenes eScootersharing testet. Insofern ist der Scooter tatsächlich ein Konkurrent zum Auto. Aber natürlich keiner, der es ersetzen wird – lediglich die Gesamtzahl dürfte reduziert werden.

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